Ich habe ja seit geraumer Zeit Beschwerden mit meinem linken Knie. Bei starker Belastung, wie zb.: 100km von Linz zum Attersee gehen oder auch Schleppen von Getränkenkiste oder heftiges Stufensteigen, fängt es an derartige Schmerzen auszustrahlen, dass ich mich nur mehr in der Art eines hinkenden, buckeligen Jauchers fortbewegen kann. Das schränkt natürlich meine Arbeitsfähigkeit etwas ein und ich habe deswegen mittlerweile auch schon einige Jobs abgesagt. Ich vermute mal, dass es entweder von einer schiefen Haltung oder eine verkürzten Bein oder ähnlichem herrührt.
Daher ist mir empfohlen worden mich vertrauensvoll an
Univ. Prof. Dr. Rudolf Schabus seinerseits Facharzt für Unfallchirurgie & Sporttraumatologie an der Wiener Privatklinik. Beachtenswert ist auch sein neues Buch
"Das Knie - DER RATGEBER FÜR DAS VERLETZTE KNIE". Also alles in allem wähnte ich mich in kompetenten Händen, die es auch meiner Meinung nach wert waren, 120€ für einen Ordinationstermin auszugeben. Eine freundlich, professionelle Zuwendung, die sich, im Unterschied zu "gewöhnlichen" Kassenärzten, auch noch dem Luxus der Zeit zur Verfügung stellt, schien mir dies durchaus wert, um danach ein beschwerdefreies Leben zu führen.
Also machte ich mir einen Termin mit der netten, blonden Arzthelferin aus. Diese warnte mich noch vor einer möglichen kurzen Wartezeit, doch gab mir trotzdem sofort einen Termin für die nächste Woche.
Als sich nun endlich dieser Tag meiner Heilung genähert hatte, begab ich mich zur Stätte der Genesung
Wiener Privatklinik, Pelikangasse 15, 1090 Wien. Dort musste ich nun zuerst einmal, mindestens eine dreiviertel Stunde lang, warten bis ich dran genommen wurde. Ich habs ja eh nichts anderes zu tun. Auch nicht besser als im AKH dachte ich, aber wenigstens scheint sich der Herr Doktor Zeit für seine Patienten zu nehmen. Endlich wurde ich dann ins Behnadlungszimmer des Herrn Univ. Prof. geleitet indem er mir dann sogleich höchstpersönlich die Hand gab, ohne mir in die Augen zu schauen, um mich sofort auf einen Behandlungssessel zu drücken. Durch diese forschen Sitten zwar leicht verunsichert, wollte ich nun aber dennoch gleich mein Problem schildern, um eine möglichst genaue Diagnose zu ermöglichen. Doch ich durfte nicht einmal ausreden, konnte nur hilflose auf mein Knie zeigen, schon wurde ich in einem Redeschwall der Falschdiagnose erdrückt. Erwiderungen meinerseits wurde nicht gehört oder falsch verstanden, am Ende wurde jedoch beschlossen, ich müsste eine Magnetresonanztomographie über mich ergehen lassen, weil ja der (höchst unwahrscheinilche) Fall sein kann, dass mein Knorpel kaputt ist und außerdem sollte ich eine Physiotherapie über mich ergehen lassen, weil ich angeblich zu wenig Muskeln in meinem Knie hätte. Zu meiner Erwiederung, dass ich seit 2 Jahren regelmässig mit über 12kg schweren Gewichten 15x5 Kniebeugen mache und außerdem seit über einem Jahr mindestens einmal am Tag 5. Stockwerke hoch- und runtersteige, kam ich gar nicht, weil ich schon wieder vor dem Fickmauserl von Arzthelferin stand, die mir des weiteren 2 Wische ausfertigte und mir komplett verwirrende Erklärungen dazu gab. Ich sollte mir eine Chefarztbewilligung für die MRI und für die Physio holen, wo ich diesen Chefarzt finde, konnte sie mir leider nicht erklären, aber sie beschloss trotzdem gleich mal einen Termin für den übernächsten Tag bei der MRI zu machen. Ich, der mich eigentlich derzeit nicht um so etwas kümmen wollte (Filmak und so), wurde erst gar nicht nach meinen Wünschen gefragt. Ziemlich überrumpelt stand ich dann auf einmal wieder vor der Tür.
Zuhause fand ich dann durch herumtelefonieren heraus, dass ich nur einen MRI-Termin hatte und nicht wie angenommen auch einen Physiotherapie. Um die musste ich mich also selber kümmen. Zum Chefarzt bei der WGKK bin ich dann auch heute gegangen, weil ich mir dachte, dann hab ich wenigstens das und die MRI hinter mir. Nach wiederum langen Warten bei dem nur die Hälfte meines Antrages ausgefüllt wurde (MRI), machte ich die Dame am Schalter darauf aufmerksam, dass ich auch noch den Wisch mit der Physio abgeben habe. Kein Problem, ihr Fehler hieß es. Ich wartete also weiter. Im nächsten Moment hörte ich nur ein HERR MEINNACHNAME durch die Gänge hallen und befand mich unversehens vor einem dicklichen Mann mit schlechten, gelben Zähne, der wohl den Chefarzt dieser Institution darstellen sollte. Dieser warf mir ziemlich unvermittelt an den Kopf, was ich mir einbilde, so einen Antrag abzugeben, ich würde höchsten 3x10 Einheiten bekommmen und sowieso gäbe es die meisten Therapien nicht. Ich stand nur da und schaute, wie die Jungfrau, die zum Kind gekommen ist, etwas verdattern drein und konnte mich dann zu der Äußerung erdreisten, dass ich erstmals gar nichts verstehe und einfach nur mit dem Zettel, der mir von diesem Dr. Schabus gegeben worden ist, gutgläubiger Weise hier angekommen bin. Das half gar nichts. Ich soll zu einem richtigen Arzt gehen, der diesen Zettl anständig ausfüllt. Die Schalterdame erbarmte sich dann gnädigerweise und erklärte mir, als der Herr Chefarzt schon längst abgerauscht war, dass der Wisch, den ich in den Händen hielt eigentlich wertlos war. Glücklicherweise hatte ich aber mittlerweile schon in Eigenregie einen Termin bei der Physiotherapeutin ausgemacht, was mich pro Sitzung 55€ kostet. Die konnte ich jetzt aber natürlich nicht anfangen, wenn nicht geklärt ist, ob die Krankenkasse es bezahlt.
Also ging ich aufgrund dieser Zeitverschwendung und offensichtlich überbezahlten Inkompetenz des Herrn Sportherapeuten in ziemlich mieser Stimmung nachhause. Daheim entdeckte ich dann die Rechnung von Herrn Schwabus über 120€. Das heißt für 5min "Ordination" mit vorherigen Wartezeit, bei der ich nicht einmal mein Problem schildern konnte, einen wertlosen Wisch für eine Physiotherapie, deren Sinn ich umstritten sehe, und einer AlibiDiagnose für den MRI, erdreistet sich dieser sogenannte "Mediziner" mir 120€ in Rechnung zu stellen. Für seine 5min muss ich mindestens einen Tag lang arbeiten. 120€ dafür, dass ich wie Schlachtvieh durch die Ordination geschleift werde. 120€ dafür, dass ich meine Zeit mit sinnloser Institutionen-Hatscherei verschwenden darf. 120€ für eine Diagnose, die sagt ich hätte Schmerzen beim Bergabwärts gehen? Ich geh nicht einmal Bergsteigen, war seit Jahren auf keinem einzigen Gipfel, wie soll ich da beim Bergabsteigen Probleme haben
Meine Frage an meinen Anwalt ist nun kann ich die 120€ irgendwie zurückforden. Kann ich vielleicht den Gegenwert dafür aus der Yacht der Herrn Univ. Prof. Dr. Schabus schneiden. Nur ein kleines Stück Blech, damit dann der ganze schöne Kahn untergeht! Wie hoch stehten die Chancen dafür dass ich die Befugnis bekommen sein Boot zu versenken?